Widerstand

The Stender Family

Written by Ruth Stender

The Stender household lived in a two apartments at Gertigstrasse 56.  Rudolf was born 26th December 1899, Ernst on 13th April 1901, Hans on 4th January 1902, Lotte on 4th November 1906 and Werner on 21st December 1915.  They were an ordinary working-class family but there were always political discussions taking place as they sat around the dining table.  They had socialist beliefs, being members of the SPD and they were against the decision of the Kaiser and his government to go to war in 1914.  This did not prevent Rudolf (senior) being conscripted into the army at the age of forty years.  Having briefly described the family unit, I will detail Rudolf, Ernst and Werner’s life.

Rudolf

Rudolf and his siblings observed how life was so difficult for the families in Hamburg during the war.  There was poverty, lack of food and warmth in many people’s homes.  Rudolf took part in many illegal demonstrations and he became a delegate at the Hamburg Stadt Conference.

Finally, in 1917, Rudolf at the age of 17 years was conscripted into the army where he fought on the eastern front. During this time, he secretly distributed to his fellow soldiers, leaflets which were produced by the USPD. These pamphlets emphasized that this was an imperialist war.  Incredibly, Rudolf was not caught as his actions would have been considered traitorous.  Ernst sent more leaflets when Rudolf requested them.

The effect on Rudolf becoming a soldier during those dreadful times must have been the reason for some of his later actions.  He felt that he should be more militant fighting against the injustices back home.  After being injured in the war, Rudolf returned to Hamburg where he took part in the Hamburg revolution of 1918/19. (mehr …)

„Blaue Blume“ und „Rote Fahne“ – die Telemanngruppe im Widerstand

Ich habe gezögert, ob ich die kleine Rede, die mein Vater Albert (Ali) Badekow 1947 bei einem Wiedersehenstreffen der „Telemanngruppe“ hielt, als ersten Beitrag in unsere Rubrik „Dokumente, die uns wichtig sind“ stellen sollte. Eigentlich wollte ich diesen wiedergefundenen handschriftlichen Text auf einer Veranstaltung der VVN-BdA Eimsbüttel in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel in der „Galerie Morgenland“ am 27.April vorstellen, dann kam der Corona-Virus. Ich hoffe, dass diese Veranstaltung nachgeholt werden kann. Ist es dann aber sinnvoll, mit diesem Text einen wesentlichen inhaltlichen Teil schon vorab zu veröffentlichen? Ich meine: ja. Denn es macht hoffentlich neugierig, ihn in den historischen Zusammenhang zu stellen und die Aktualität zu diskutieren.

Die Veranstaltung sollte unter dem Motto „“Blaue Blume“ und „Rote Fahne“- Die Telemanngruppe im Widerstand“ stehen und von einer Gruppe Jugendlicher aus der Schule Telemannstrasse berichten, die ihr gemeinsames Jugend(er)leben mit antifaschistischen Aktionen verbanden, die nicht wenige von ihnen viele Jahre Zuchthaus und KZ einbrachten. Sie verband gemeinsame Werte und Überzeugungen, das politische Spektrum reichte dabei vom Kommunistischen Jugendverband bis zur Bündischen Jugend, bei manchen in einer Person verbunden.

Der vorliegende „kurze Bericht zum 15-jährigen Bestehen“ – in der Sprache aus heutiger Sicht vielleicht etwas schwärmerisch, für die damalige Jugendbewegung aber authentisch – widerspiegelt den „Geist der Telemänner“, wie sie es selbst empfanden und benannten. Und erzählt von einer Seite des antifaschistischen Jugendwiderstandes, der nicht in Vergessenheit geraten darf.

Peter Badekow, 25.04.2020

Die Geschichte der Telemanngruppe

Die Geschichte der Telemanngruppe

zu ihrem 15-jährigen Bestehen im Frühjahr 1947   von Albert (Ali) Badekow

Wenn ein Kreis von jungen Menschen über 15 Jahren zusammenhält, über Jahre die uns das grenzenlose Grauen des Krieges brachten, die uns immer wieder auseinanderrissen, in alle Welt zerstreuten und doch schließlich wieder zusammen führten, wenn der Terror der Gestapo unseren Kreis wohl vorübergehend schwächen und auflösen, aber nicht zersprengen konnte, dann muss etwas tiefes, verbindendes zwischen uns bestehen. Wir haben niemals groß über diese unsichtbaren Fäden von Mensch zu Mensch gesprochen, vielleicht haben wir nicht einmal besonders darüber nachgedacht. Aber wir haben sie von tiefstem Herzen erlebt und empfunden. Und das ist viel, viel mehr! Eine Gemeinschaft lässt sich nicht theoretisch aufbauen oder aus gutgemeinten Reden zusammenleimen. Sie muss erlebt werden und organisch wachsen. Ich will mich daher auch vor dem „Zerreden“ dieser, unserer schönsten und wertvollsten seelischen Inhalte hüten. Aber wir wollen einmal zurückblickend den Wurzeln unseres Kreises nachgehen, wollen noch einmal ganz kurz die vergangenen Jahre durcheilen. Vielleicht gibt es uns in  dieser harten Zeit den Mut, den Kopf etwas höher zu tragen und noch stärker das zu empfinden, was uns Mut und Vertrauen gab, was uns in dunklen Stunden im Gefängnis, in den Kellern der Gestapo vor der fatalistischen Verzweiflung, vor der Preisgabe unserer besten menschlichen Substanz bewahrt hat.

Unser Kreis ist nicht starr in sich geschlossen geblieben. Neue Menschen kamen zu uns, blieben, oder wurden – ebenso wie viele alte Freunde – durch Eingriffe des Schicksals wieder von uns getrennt. Aber der alte Gruppengeist rettete sich auch durch diese Fluktuation, übertrug sich auf unsere neuen Freunde und lebte in ihnen weiter. So können wir auch heute noch vom Telemännergeist reden, wenn auch von der alten Schar nicht mehr viele unter uns sind.

(mehr …)

Wir Kinder des Widerstands

Wir Kinder des Widerstands (Hamburg) sind eine Gruppe von Kindern und Enkeln der in den finsteren Jahren zwischen 1933 und 1945 verfolgten Menschen in Deutschland, von denen einige im Widerstand gegen die Nazis aktiv waren, lange Jahre in KZ-Haft waren, viele andere ins Exil gehen mussten. Wir haben uns im Frühjahr 2017 in Hamburg zusammengefunden.

Die Nazis hatten sich ab 1933 eine Vielzahl von lebensbedrohlichen Verfolgungsgründen ausgedacht: Sie sind Jude? Sie sind ein Rom? Sie waren mehrmals in der Psychiatrie? Sie sind homosexuell? Und vor allem: Sie sind Kommunist?

Zitat aus einer DENKSCHRIFT der NSDAP von 1922: „Die Bolschewisierung (jedoch) bedeutet die Vernichtung der gesamten christlich-abendländischen Kultur überhaupt. In der voraussehenden Erkenntnis dieser Katastrophe und der Unzulänglichkeit der Mittel zu ihrer Abwehr wurde … die Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei gegründet. Ihr Ziel heißt ganz kurz: Vernichtung und Ausrottung der marxistischen Weltanschauung.“ Eine klare Sprache, jede(r) konnte sie lesen und jede(r) konnte ahnen, wohin so etwas führen würde, denn es wurde tausendfach wiederholt und dann tausendfach gebrüllt und dann…

Wir wollen helfen, die historischen Zusammenhänge offen zu legen, die zu den verheerendsten Verbrechen der Geschichte geführt haben, damit die jungen Generationen die heutigen Gefahren erkennen können.

Ein Schüler interviewt Esther Bejarano

Ein Schüler interviewt Esther Bejarano (Foto: Peter Krips)

Mehr über die Hamburger Gruppe der Kinder des Widerstands lesen Sie hier: (mehr…)

Antifaschistischer Konsens: Der Schwur von Buchenwald

Schwur von Buchenwald Kopie

Antifaschistischer Konsens 1945

75 Jahre Befreiung vom Faschismus! In diesem Jahr gibt es zahlreiche konkrete Anlässe zum Gedenken. Vor allem natürlich am 8. Mai, aber auch in zahlreichen anderen Veranstaltungen wurde und wird an die Verbrechen der Faschisten, an die Opfer und den Widerstand erinnert. Aber nur selten und oftmals nur kurz gerät in den Blickpunkt: Welche Schlussfolgerungen wurden gezogen, welche Forderungen daraus entwickelt, was ist aus ihnen geworden? Wurde der viel zitierte „Schwur von Buchenwald“ erfüllt? (mehr …)

Hans Lebrecht

Biografische Skizze

Hans Lebrecht, geboren am 8. 11. 1915 in Ulm als Sohn einer jüdischen Fabrikantenfamilie, gestorben am 25. September 2014 im Kibbuz Bet-Oren (Israel), wurde als Jude in Nazi-Deutschland verfolgt. Er kam mit Antifaschisten in Kontakt, gehörte ab 1935 dem jüdischen und kommunistischen Widerstand an und mußte deshalb 1938 nach Palästina fliehen. In Palästina wurde Hans Lebrecht Mitglied der Kommunistischen Partei, für die er ab 1955 als Journalist und zeitweiliger Abgeordneter in der Knesset (israel. Parlament) viele Jahrzehnte tätig war.

Kurz vor Ostern 1934 wird Hans Lebrecht, ein Jahr vor seinem Abitur, der Schule verwiesen, weil Juden nicht mehr zum Abitur zugelassen werden. Er beginnt eine Lehre in den mechanischen Werkstätten Zobel & Beck in Ulm. Die rassistischen Nürnberger Gesetze werden am 15. 9. 1935 beschlossen – und wieder wird Hans in der Folge fristlos gekündigt, denn die Handwerkskammer erzwingt die Entlassung. Er kann aber aufgrund guter Kontakte seines Vaters die Lehre in Neisse ( heute Nyda) in Oberschlesien fortführen. Hier findet Hans erstmals Kontakt zu kommunistischen Widerstandszellen, bekommt von den Genossen vielfältige Unterstützung und Literatur. Es erschließt sich ihm eine neue Welt und ein Wendepunkt in seinem Leben nimmt Gestalt an: er wird aktives Mitglied des Widerstands. Als ein jüdischer Miteigentümer des Werks zum Verkauf seiner Anteile gezwungen wird, erfährt Hans im Oktober 1936 wieder eine Diskriminierung, er wird fristlos entlassen. In der Badischen Maschinenfabrik in Durlach setzt er seine Lehre fort, hält seine Kontakte zum Widerstand aufrecht und kann im Mai 1937 die Gesellenprüfung ablegen. Hans arbeitet nun auch in seiner Heimat bei Ulm im jüdischen und kommunistischen Widerstand.

(mehr …)

Herta Winzer

Herta Winzer, (geb. am 4. Oktober 1917, gest. am 18. September 2012), war eine kommunistische Widerstandskämpferin in Hamburg. Sie war die jüngste in Hamburg von der Gestapo Verhaftete und verbüßte mehrjährige Haftstrafen. Sie konnte – durch Haft unterbrochen – eine kaufmännische Lehre absolvieren, arbeitete dann als Buchhändlerin und später als Hausfrau.

Herta Winzer gehörte in den Jahren 1933 bis 1936 bis zu ihrer zweiten Verhaftung im Mai 1936 dem proletarischen und kommunistischen Widerstand, der ein Bestandteil des demokratischen deutschen Widerstands war, an. Sie war zunächst in einer illegalen Gruppe des KJVD (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands) aktiv. Ab 1935, nach der Entlassung aus der ersten Haft, wurde sie Mitglied einer sich neu bildenden politisch unabhängigen Widerstandsgruppe, die sich aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen der jüdischen Jugendorganisation „Deutsch-Jüdischer Wanderbund Kameraden“ (Werner Philipp, Kurt van der Walde, Marion Deutschland), dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) (Walter Beyer, Heiner Beil, Carlheinz Rebstock, Werner Stender) und Sozialdemokraten (….) zusammensetzte. Insgesamt mußte Herta Winzer drei Jahre und sechs Monate in Haft verbringen.

(mehr …)