Frühjahr 1940

Vor achtzig Jahren

Im Januar 1940 beschließt der SPD-Parteivorstand einen Aufruf: „Macht Euch nicht mitschuldig! Beide Völker, die Polen und die Tschechen, werden ausgeraubt und geplündert. Hitlers Ziel ist es, ihnen durch Massenmorde, physische Zerstörung ihrer kulturellen Führer und durch Unterdrückung ihres gesamten Geisteslebens den tödlichen Schlag zu versetzen.“

Die Auslandsleitung der KPD, geleitet von Karl Mewes, schickt Beauftragte zur Bildung einer neuen Inlandsleitung nach Deutschland. Ende 1939 / Anfang 1940 waren in Berlin 94 Mitglieder der KPD verhaftet worden.

Am 11. Februar wird ein Wirtschaftsabkommen zwischen Deutschland und der Sowjetunion in Moskau geschlossen.

Am 1. März erteilt das Oberkommando Wehrmacht (OKW) Weisung zum Überfall auf Norwegen und Dänemark. Am 10. Oktober 1939 verhandelt Hitler mit dem norwegischen Faschistenführer Quisling, Hitler befiehlt anschließend die Erstellung einer Angriffsstudie für einen Überfall auf die beiden skandinavischen Länder.

Am 12. März endet der Krieg zwischen Finnland und der Sowjetunion (Beginn am 30. November 1939).

Am 18. März Treffen von Hitler und Mussolini. Mussolini erklärt die Bereitschaft zu Italiens Eintritt in den Krieg.

Am 20. März erfolgt Rücktritt der Regierung Daladier in Frankreich. Bereits im Herbst 1939 war die französische Kommunistische Partei (KPF) verboten worden und Tausende Mitglieder verhaftet worden. Sie werden – wie auch viele deutsche Exilanten – in Internierungslagern inhaftiert.

Am 9. April erfolgt der Überfall auf Norwegen und Dänemark. Am 9. und 10. April Untergänge der „Blücher“, der „Karlsruhe“, der „Königsberg“ und zweier weiterer Zerstörer bei Narvik, am 13. April Verlust weiterer acht Zerstörer. 140.000 deutsche Soldaten besetzen gegen Widerstand Norwegen, Quisling sabotiert die Verteidigung.

Am 14. bis 18. April landen alliierte Truppen (ohne die noch neutralen USA) bei Harstad und Namsos. Sie werden Anfang Juni zurückgeschlagen und ziehen ab; Norwegen kapituliert am 10. Juni 1940.

In den Jahren 1939/1940 wurde eine Reihe Hamburger Kommunisten – möglicherweise im Zusammenhang mit der Unterzeichnung des Nichtangriffsvertrages zwischen Nazi-Deutschland und der Sowjetunion –aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen entlassen: Bernhard Bästlein, Franz Jacob, Gustav Bruhn, Robert Abshagen, Hein Bretschneider und andere Genossen. Sie nahmen die Tätigkeit im Widerstand wieder auf und intensivierten auch die Kontakte zwischen Norddeutschland und Berlin.

In Berlin festigt die Widerstandsgruppe um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen ihre Reihen und nimmt zu weiteren potentiellen Mitgliedern Kontakt auf.